Alcañiz. Produktives Arbeiten bei hochsommerlichen Temperaturen: Unter diesem Zeichen stand das sechste Rennwochenende der FIM Superbike World Championship 2026 (WorldSBK) für BMW Motorrad Motorsport und das ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team. Im MotorLand Aragón musste die Mannschaft verletzungsbedingt auf beide Stammfahrer verzichten: Miguel Oliveira hatte sich am Rennwochenende in Ungarn Schulterverletzungen zugezogen, Danilo Petrucci erlitt vor zwei Wochen in Most eine Fraktur des Steißbeins. So waren an diesem Wochenende die beiden BMW Motorrad Werksfahrer aus der FIM Endurance World Championship (FIM EWC), Michael van der Mark und Hannes Soomer auf den BMW M 1000 RRs des Teams im Einsatz.
Oliveiras Genesungsprozess schreitet sehr gut voran, und der Portugiese nutzte das Rennwochenende, um das Team vor Ort zu unterstützen und sich mit den Ingenieuren auszutauschen. Petrucci ist in seiner Heimat Italien in Behandlung, und auch er meldet Fortschritte. Wie die Situation für die nächsten Rennen der WorldSBK in zwei Wochen in Misano sein wird, ist aber noch unklar.
Der Fokus lag an diesem Wochenende im MotorLand Aragón auf der Entwicklungsarbeit für die zweite Saisonhälfte der WorldSBK 2026. Van der Mark, nach fünf Jahren als BMW WorldSBK-Fahrer nun neben seinem FIM-EWC-Engagement auch Testfahrer im BMW Motorrad WorldSBK Test Team, und Soomer sammelten wichtige Daten und Informationen, mit denen die Abstimmung weiter optimiert werden kann. Die Fortschritte zeigten sich auch in den Rundenzeiten: Erstmals blieb van der Mark auf dieser Rennstrecke unter der Marke von 1:48 Minuten und bestätigte damit die positive Entwicklung über das gesamte Wochenende hinweg. Mit Platz sieben in der Superpole-Qualifikation legte er eine gute Basis für die Rennen. Im ersten Hauptrennen und im Superpole Race wurde er jeweils Elfter, im zweiten Hauptrennen fuhr er als Zehnter in die Top-10.
Soomer fand sich ebenfalls schnell im Team und auf der WorldSBK-Version der BMW M 1000 RR ein und leistete solide Testarbeit. Nach Startplatz 18 in der Superpole schied der Este im ersten Hauptrennen nach einem unglücklichen Sturz aus. Im Superpole Race belegte er Position 15. Im zweiten Rennen rutschte er erneut aus, konnte aber wieder aufsteigen und erreichte das Ziel auf Position 18.
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Van der Mark und Soomer sind bereits am nächsten Wochenende wieder im Einsatz – beim zweiten Saisonrennen der FIM EWC, den 8 Hours of Spa Motos in Spa-Francorchamps.
Sven Blusch, Leiter BMW Motorrad Motorsport: „Es war natürlich ein etwas ungewöhnliches Wochenende für uns, doch wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Hier ging es uns nicht darum, um das Podium zu kämpfen - für uns war es ein Test unter Rennbedingungen. Die drei Tage mit zwei Fahrern auf der Strecke waren sehr wichtig für unsere Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Mickey hat wie schon in Most einen sehr guten Job gemacht, und in jedem Rennen das Maximum aus den Möglichkeiten herausgeholt. Es war schön zu sehen, dass er seine bisher besten Rundenzeiten auf dieser Strecke an diesem Wochenende regelmäßig unterbieten konnte. Das zeigt, dass wir mit dem gesamten Paket einen weiteren Schritt nach vorn gemacht haben. Zudem hat er für uns wichtige Punkte für die WM-Wertung gesammelt. Auch Hannes war eine wertvolle Unterstützung. Seine Einsätze in der WorldSBK liegen bereits ein paar Jahre zurück, doch er hat sich mit viel Engagement ins Team eingebracht und ebenfalls wichtige Entwicklungsarbeit geleistet, hatte aber leider in den beiden Hauptrennen unglückliche Stürze. Großartig war der Support, den wir an diesem Wochenende in der Box hatten: Es war toll, Miguel mit vor Ort zu haben und zu sehen, dass es seiner Schulter schon wesentlich besser geht. Wir sind auch in engem Kontakt mit Danilo. Er vermeldet ebenfalls konstante Fortschritte in seiner Genesung. Wir werden nun die nächste Woche abwarten und dann sehen, in welcher Aufstellung wir in Misano antreten können. Natürlich wünschen wir uns, so bald wie möglich wieder beide Stammfahrer auf unseren BMW M 1000 RRs zu sehen, doch höchste Priorität hat, dass sie beide wieder zu 100 Prozent fit sind. Das ist wichtiger als ein möglicherweise vorschnelles Comeback.“
Miguel Oliveira, ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: „Es ist nicht einfach, außen vor zu sein, aber ich hatte das Gefühl, dass es ein guter Moment für mich war, hierherzukommen und für mein Team da zu sein. Die letzten Wochenenden waren für alle nicht einfach, weil weder Danilo noch ich dabei waren. Deshalb dachte ich, es wäre eine gute Gelegenheit, hier zu sein, zu zeigen, dass es mir gut geht, und der Mannschaft einen kleinen Boost zu geben. Meine Genesung verläuft wirklich gut und schneller als erwartet – es ist zwar noch nicht so weit, dass ich hier hätte fahren können, aber ich fühle mich definitiv deutlich fitter als noch in der vergangenen Woche. Wir haben begonnen, einige Übungen mit Elastikbändern zu machen und versucht, die Beweglichkeit in der Schulter zurückzugewinnen. Das ist der aktuelle Stand, und hoffentlich bin ich in etwa zwei Wochen fit genug, um wieder aufs Motorrad zu steigen und Rennen zu fahren. Ich denke, es ist realistisch, an Misano zu denken. Ich weiß nicht, wie es mir geht, wenn ich dort hinkomme, aber das ist definitiv das Hauptziel.“
Michael van der Mark, ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: „Aragón ist vorbei, und ich denke, dass wir eine positive Bilanz ziehen können. Am Freitag hatten wir zunächst einige Probleme, aber zum Glück konnten wir sie lösen und gute Fortschritte erzielen. Ehrlich gesagt war ich mit meiner Superpole an diesem Wochenende sehr zufrieden. Im ersten Rennen haben wir uns bei der Wahl des Vorderreifens falsch entschieden, konnten aber trotzdem einige wichtige Punkte holen. Am Sonntag konnte ich im Sprintrennen die Pace der Gruppe vor mir nicht mitgehen, was schade war, aber es war dennoch ein ziemlich gutes Rennen. Für das zweite Rennen haben wir eine kleine Änderung am Bike vorgenommen, und ich habe mich deutlich wohler gefühlt. Es hat zwar nicht gereicht, um bei den Fahrern an der Spitze zu bleiben, aber wir haben in Bezug auf die Pace einen großen Schritt nach vorn gemacht. Deshalb bin ich mit dem Rennen wirklich sehr zufrieden, und insgesamt hatten wir ein gutes Wochenende ohne Fehler. Es war außerdem schön, Miguel wieder in der Box zu haben, wie er uns unterstützt und einige Ratschläge gegeben hat. Es war gut, ihn hier zu haben, und ich kann es kaum erwarten, ihn wieder auf dem Motorrad zu sehen. Jetzt steht Spa an, daher gibt es nicht viele freie Tage, aber ich genieße das. Ich freue mich auf Spa und hoffe, dass wir dort wieder aufs Podium zurückkehren können.“
Hannes Soomer, ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: „Es war ein interessantes Wochenende. Es war mein erstes Mal als Werksfahrer im WorldSBK-Fahrerlager, daher gab es viel zu lernen und viele neue Eindrücke zu verarbeiten, aber ich habe es genossen. Das Superpole-Rennen am Sonntag war gar nicht so schlecht. Ich wurde 15., aber im zweiten Rennen hatte ich erneut einen Sturz. Es war wieder nur ein kleiner Fehler – ich konnte das Motorrad nicht mehr abfangen. Zum Glück konnte ich danach zumindest noch ins Ziel fahren. Damit habe ich zwei Rennen beendet und eines nicht. Insgesamt war es aber eine schöne Erfahrung. Die Zusammenarbeit mit dem Team und das Fahren mit dem Bike haben mir großen Spaß gemacht, und ich hoffe, dass ich in Zukunft noch einmal eine Chance bekomme. Gleichzeitig hoffe ich natürlich, dass diese Gelegenheit nicht deshalb entsteht, weil jemand verletzt ist. Deshalb wünsche ich Miguel und Danilo alles Gute und eine schnelle Genesung.“