Donington Park. Nach mehr als zwei Monaten und drei Rennwochenenden war es in Donington Park endlich wieder soweit: Das ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team konnte bei der achten Veranstaltung der FIM Superbike World Championship (WorldSBK) wieder mit beiden Stammfahrern auf den BMW M 1000 RRs an den Start gehen. Miguel Oliveira war nach seiner Verletzungspause bereits in Misano wieder zurückgekehrt, nun war auch Danilo Petrucci wieder fit für sein Comeback. Doch das Heimspiel des Teams erwies sich als herausfordernd. Die harte, schwierige Arbeit bei der Suche nach der optimalen Abstimmung und der Kampfgeist von Fahrern und Team blieben unbelohnt. Platz elf für Oliveira im ersten Hauptrennen war das Maximum, das an diesem Wochenende möglich war.
In der Superpole-Qualifikation musste Oliveira bei der Jagd nach schnellen Rundenzeiten über das Limit gehen und hatte am Ende der Session einen kleinen Sturz. So stand für ihn Startplatz zwölf zu Buche. Im Samstagsrennen kam er auf dem elften Platz ins Ziel. Im Superpole Race am Sonntagvormittag wurde der Portugiese in einem Positionskampf von der Strecke ins Kiesbett gedrängt und fiel zurück auf Rang 20. Im zweiten Hauptrennen belegte er schließlich den zwölften Platz.
Petrucci reihte sich in der Qualifikation direkt hinter Oliveira auf Rang 13 ein. Auch er versuchte vergeblich, sich in den Rennen nach vorn zu arbeiten. So waren es für den Italiener an seinem Comeback-Wochenende zwei 15. Plätze in den Hauptrennen sowie Position 19 im Superpole Race.
Die WorldSBK legt nun eine längere Sommerpause ein. Das neunte Rennwochenende der Saison wird vom 4. bis 6. September im französischen Magny-Cours ausgetragen.
Sven Blusch, Leiter BMW Motorrad Motorsport: „Nach den schwierigen Wochen mit den Verletzungen von Miguel und Danilo konnten wir in Donington Park endlich wieder mit beiden Stammfahrern antreten. Natürlich hatten wir auf ein erfolgreicheres Wochenende gehofft, doch wir konnten das Potenzial von Fahrern, Bike und Team nicht in bessere Ergebnisse umsetzen. Alle haben hart gearbeitet, aber es ist uns nicht gelungen, die Performance des Bikes auf dieser Strecke abzurufen. Jetzt richtet sich unser Blick nach vorn. Die WorldSBK geht in die Sommerpause, und wir werden sie nutzen, um weitere Schritte zu machen und uns im September in Magny-Cours stärker zurückzumelden.“
Christian Gonschor, Technischer Direktor BMW Motorrad Motorsport: „Donington Park ist grundsätzlich eine Reise wert, allerdings verlassen sowohl die Fahrer als auch das gesamte Team diese legendäre Rennstrecke in diesem Jahr enttäuscht. Wir konnten unsere selbstgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Der Test hier im Vorfeld hat uns etwas irregeleitet, statt zu helfen, die Performance zu steigern. Dazu kamen weitere unglückliche Umstände, wie Miguels Sturz im Qualifying. Zudem zeigt die im Vergleich zu den japanischen Mitbewerbern weiterhin reduzierte Fuelflowmenge, die wir aufgrund des Gewinns des Weltmeistertitels 2025 erhalten haben, offensichtlich ihre Wirkung. Das hat unsere Aufholjagd in den Rennen zusätzlich erschwert, obwohl der Blick auf unsere Rennpace eigentlich erfreulich wäre. Denn wir waren auch hier schneller als im vergangenen Jahr. Die Resultate sprechen allerdings eine deutliche Sprache. Deshalb werden wir die Sommerpause nun für intensive Testarbeit nutzen, damit wir unseren Fahrern in Magny-Cours wieder ein wettbewerbsfähiges Motorrad hinstellen können. Nun gilt es, Kraft und Energie zu tanken, um in den verbleibenden Rennen nochmals voll anzugreifen und das Potential der BMW M 1000 RR zu zeigen.“
Shaun Muir, Teamchef ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: „Zunächst einmal freue ich mich sehr, beide Fahrer wieder in der Box zu haben. Auf der Entwicklungsseite haben uns unsere beiden Stammpiloten eindeutig gefehlt. Gleichzeitig danken wir Michael van der Mark für seinen Einsatz während ihrer Abwesenheit. Insgesamt war das Wochenende für uns recht schwierig. Wir haben hier vor zwei Wochen getestet und waren der Meinung, eine gute Basis zu haben, stellten jedoch bereits im ersten und zweiten Freien Training fest, dass uns in einigen Bereichen etwas fehlt. Beide Fahrer hatten ein ganz ordentliches Qualifying. Miguel hätte möglicherweise weiter vorne stehen können, wenn er im letzten Sektor nicht einen kleinen Sturz gehabt hätte. Dennoch waren alle drei Rennen für uns hart. Die Starts waren ordentlich, doch anschließend gerieten beide in ein dichtes Fahrerfeld, in dem sie von den ersten Runden an kaum Boden gutmachen konnten. Insgesamt müssen wir uns nun auf die Auswertung der Daten und den bevorstehenden Test in Magny-Cours konzentrieren und versuchen, wieder Vertrauen in das Gesamtpaket zu gewinnen. Wir müssen Miguel und Danilo dieses Vertrauen zurückgeben, damit wir wieder dort anknüpfen können, wo wir vor den Verletzungen standen.“
Miguel Oliveira, ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: „Es war ein schwieriges Wochenende. Sicherlich gibt es auch einige positive Aspekte. Wir haben in beiden Rennen Punkte geholt. Allerdings lagen wir etwas weiter zurück, als wir gehofft hatten. Das gibt uns Arbeit für die Sommerpause. Wir sind auf jeden Fall entschlossen, uns für den Rest der Saison zu verbessern. Die Crew ist mit den Ergebnissen natürlich ebenso wenig zufrieden wie ich. Das Gute ist jedoch, dass wir alle an einem Strang ziehen, um dieses Paket weiterzuentwickeln und aus dem Rest der Saison das Beste herauszuholen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der Unterstützung aller und der Motivation, die wir gemeinsam haben, uns zu verbessern, wieder bessere Ergebnisse erzielen werden.“
Danilo Petrucci, ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: „Zunächst einmal freue ich mich, wieder Rennen zu fahren und vor allem wieder bei meinem Team zu sein. Es war ein schwieriges Wochenende, aber physisch bin ich okay – es geht mir gut. Wir müssen daran arbeiten, unsere Performance zu verbessern. Aber ich muss sagen, dass ich das Racing und die Positionskämpfe genieße. Das Gute ist, dass wir in der Sommerpause testen werden, sodass wir daran arbeiten können, unsere Situation zu verbessern. Ich kann es kaum erwarten, wieder auf mein Motorrad zu steigen. Ich möchte der gesamten Crew, allen BMW Ingenieuren und dem ganzen Team danken, denn sie haben sehr hart gearbeitet. Wir werden von da aus, wo wir jetzt stehen, weiter nach vorn kommen.“