Magny-Cours. Die Sommerpause in der FIM Superbike World Championship (WorldSBK) ist vorbei: Mit dem neunten Rennwochenende wurde in Magny-Cours das letzte Saisondrittel eingeläutet. BMW Motorrad Motorsport und das ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team waren nach einem vielversprechenden Test im August an gleicher Stelle optimistisch nach Frankreich gereist. Doch das Rennwochenende verlief schwierig, und die beiden Fahrer Danilo Petrucci und Miguel Oliveira mussten hart um Positionen und Punkte kämpfen.
Anders als beim Test in der Sommerpause gelang es nicht, die BMW M 1000 RR in das optimale Performancefenster zu bringen und das Potenzial voll auszuschöpfen. Nach den Positionen 18 für Petrucci und 19 für Oliveira in der Superpole-Qualifikation arbeitete das Team intensiv daran, mehr Performance zu finden. Doch der erhoffte große Sprung nach vorn blieb aus. Im ersten Hauptrennen am Samstagnachmittag, das nach einer roten Flagge neu gestartet werden musste, belegte Petrucci den 13. Rang. Oliveira schied nach einem Sturz im ersten Teil des Rennens aus.
In der Vorbereitung auf Sonntag arbeitete das gesamte Team hart weiter und konnte Fortschritte erzielen. Im kurzen Superpole Race machte Oliveira sieben Positionen gut und wurde Zwölfter. Für Petrucci stand Rang 16 zu Buche. Das zweite Hauptrennen am Nachmittag mussten beide wieder von den hinteren Startplätzen angehen, und sie konnten sich erneut etwas nach vorn arbeiten. Dieses Mal belegte Petrucci den zwölften Rang. Oliveira kam direkt hinter ihm ins Ziel. Er erhielt jedoch nachträglich eine Strafe wegen des Abkürzens von Kurve sechs und wurde als 15. gewertet.
Im Team und bei BMW Motorrad Motorsport in München beginnt nun mit intensiven Analysen der in Frankreich gesammelten Informationen die Vorbereitung auf Cremona. Dort wird vom 25. bis 27. September das zehnte Rennwochenende der Saison 2026 ausgetragen.
Sven Blusch, Leiter BMW Motorrad Motorsport: „Wir hatten hier in Magny-Cours einen positiven Test, bei dem wir Fortschritte gemacht hatten. Doch jetzt am Rennwochenende konnten wir das Potenzial aus diesem Test nicht umsetzen. Wir müssen nun analysieren, wie uns dies besser gelingen kann. Das Ziel ist auch, das Momentum wiederzufinden, das wir zu Saisonbeginn vor den Verletzungen unserer beiden Fahrer hatten. Mein Dank geht an Danilo und Miguel, die an diesem Wochenende wirklich alles gegeben haben. Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, als Team zusammenzustehen. Alle arbeiten hart, und gemeinsam werden wir auch wieder nach vorn kommen.“
Christian Gonschor, Technischer Direktor BMW Motorrad Motorsport: „Leider konnten wir die starke Pace aus dem Test nicht ins Rennwochenende übertragen. Die nun deutlich niedrigeren Streckentemperaturen haben das Gripniveau stärker beeinflusst als erwartet. Das Team und die Fahrer haben alles versucht, die Bikes darauf abzustimmen, aber wir müssen nun analysieren, wie wir künftig besser auf solche Veränderungen der Bedingungen reagieren. Ein Faktor war auch, dass die Superpole sehr unglücklich verlaufen ist. Das hat das restliche Wochenende extrem negativ beeinflusst, denn von diesen Startpositionen ist es noch schwieriger. Vor allem am Sonntag war unsere Pace besser – aber der Weg nach vorn sehr weit. Das Fazit: Die Ergebnisse spiegeln weder das Potenzial des Motorrads noch das der Fahrer wider. Der Fokus liegt darauf, das Blatt zu wenden und in Cremona wieder voll anzugreifen.“
Danilo Petrucci, ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: „Ich bin mit Rennen zwei zufrieden. Wie ich den Jungs gesagt habe: Es ist schade, dass wir so hart arbeiten, wirklich alles geben und am Ende nur Rang zwölf holen – das ist nicht die Position, auf der wir sein wollen. Aber die Crew glaubt an mich, ich vertraue der Crew, und wir arbeiten extrem hart. Ich habe wirklich mein Bestes gegeben, insbesondere in Rennen zwei. Die Pace war nicht schlecht, und wir konnten in beiden Hauptrennen Punkte holen. Es ist schwierig zu sagen, dass ich Spaß daran habe, aber zumindest war meine Pace ziemlich konstant. Das motiviert mich für Cremona.“
Miguel Oliveira, ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: „Magny-Cours war wahrscheinlich eines der bisher härtesten Wochenenden der Saison. Wir haben nach Performance gesucht, nach reinem Speed und nach Pace. Im Superpole-Rennen haben wir ein bisschen was davon wiedergefunden, aber am Nachmittag wurde es bei leicht veränderten Bedingungen schwieriger. Das Gute ist, dass das Team gut reagiert hat. Wir arbeiten zusammen und versuchen, zu pushen. Das werden wir in der Vorbereitung auf Cremona weiter tun. Wir wissen, dass viel Arbeit vor uns liegt, das leugnen wir nicht, und stellen uns der Herausforderung.“